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Investigativer Journalismus

05.02.2008

Dass sich das US Geld- und Vermögenssystem sich im klinischen Endstadium befindet, ist keine Überraschung. Trotzdem wurde von praktisch allen kommerziellen Nachrichtenmedien „kritisch“ über die Vorstellung des US Budget Draft 2009 berichtet, woran ja prinzipiell erstmal nichts dran auszusetzen ist, zumal 400 Mrd $ Defizit bei akuter Gürtelengerschnallitis wirklich kein Pappenstiel ist. Weniger erfreulich war allerdings die Suche nach dem Original Haushaltsentwurf im Netz, in der Hoffnung, irgend ein Redakteur hätte sich die Dokumente zwecks Kommentierung vielleicht mal selbst angesehen und der Seriosität halber auch verlinkt, habe ich dann mal eine Suchmaschine angeschmissen und ein paar Meldungen angeklickt.
Ich hätte es besser wissen müssen. Ich bin ja sooo dooof. War natürlich ÜBERALL die gleiche Agenturmeldung, nur eben um verschiedene Details gekürzt und mit ein paar unterschiedlichen Floskeln gewürzt, natürlich auch überall ohne weitere Quellennachweise oder Links oder sonstwas. Naja, wozu auch selber recherchieren, kostet alles nur wertvolle Zeit und der Tagesschau-verwöhnte Bürger würde sich von widersprüchlichen Nachrichtenmeldungen ja eh nur verunsichert fühlen. In der so eingesparten Zeit kann man dann Artikel schreiben, die den Leser wirklich interessieren.

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2 Kommentare

  1. Danke für den Link, ich hab ihn gesucht! Toll!!!


  2. Die Konzentration der Medien ist in der Tat ein Problem, welches in der Öffentlichkeit kaum Anklang findet. Wer sollte aber auch die Öffentlichkeit erbringen, wenn nicht die Medien selbst, die aber ja im Mittelpunkt der Anklage stehen. Man kann ähnliche Konzentrationen in Bezug auf die Deutsche Print- und Medienlandschaft deuten. Man darf gespannt sein ob eine kritische Gegenöffentlichkeit durch solche Orte wie zum Beispiel dieser Blog langfristig übernommen werden kann.



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