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Experten auf die Sprünge helfen

23.04.2008

Sehr kontrovers wird ja im Moment diskutiert, „ob der Aufschwung unten ankommt“. Wenn als Basis für die prozentuale Veränderung des Wohlstands einfach nur die Summe der Einkommen verwendet wird, hat das natürlich den „Vorteil“, dass statt des Menschen dann der Einkommens-Euro die Bezugsgrösse ist und somit die prozentualen Schwankungen höherer Einkommen stärker einfließen als die von geringeren. Die Frage, wie es den Menschen wirtschaftlich tatsächlich ergeht, bleibt von der Zahlenlage her also offen und man kann in Talkshows und Zeitungsartikeln über die vom frgzchn-Autor vermuteten erheblichen innergesellschaftlichen Umwälzungen herrlich hinwegdiskutieren.

Vollständige offizielle Statistiken, die den Menschen als Bezugsgrösse verwenden und somit für die Entwicklung des Einkommenswohlstands wirklich aussagekräftig sind, habe ich aber irgendwie keine gefunden.
Falls irgendjemand gute Quelldaten hat, hier eine beispielhafte Rechenvorschrift wie man so eine Statistik erstellen könnte:
1. Ermitteln Sie das Realeinkommen pro Kopf, also bei Hartzis z.B. noch die Zuschüsse für Miete und Krankenkasse und so draufrechnen, Steuern abziehen und so. Familieneinkommen und Aufwendungen sollten nach einer gleichbleibend gewählten Umlagefunktion schön auf die einzelnen Personen verteilt werden. Negative Einkommen nicht vergessen!
2. Berechnen Sie für alle Einkommensveränderungen jeweils einzeln eine Punktzahl auf einer linearen Skala wie toll eine Normale Person diese Veränderung fände und bilden Sie den Durchschnitt oder sowas.

Falls der Individuelle pro-Kopf-Jahresvergleich des Einkommens anhand der Datenbasis nicht möglich ist, kann man auch z.B. folgende Funktion zur fairen Bewertung verwenden:
a) v = Einkommen des Individuums * Peanutskalar1)
b) Wenn v >= -1 und v <= 1 dann Ergebnis w = 0, wenn v > 1 dann w = ln(v), wenn v < -1 dann w = -ln(-v)
c) alle w zusammenziehen und durch die Anzahl Personen teilen.
d) (Ergebnis aus Schritt c von t1) / (Ergebnis aus Schritt c von t0) – 1 = Endergebnis

Ich schau dann bei Gelegenheit mal was das statistische Bundesamt so her gibt.. Falls Sie gute Quelldaten haben und Zeit, würde ein Hinweis mich natürlich sehr freuen!

1)Als Peanutskalar würde ich mal so pauschal 2/“Existenzminimum2)“ ansetzen: Einkommen, die nach der Skalierung zwischen -1 und 1 liegen, erhalten 0 „Punkte“. Je grösser der Peanutskalar, desto stärker fliessen relative Schwankungen von Kleinsteinkommen und Kleinst-Negativeinkommen in das Gesamtergebnis ein.
2)Man beachte, dass das Existenzminimum für gesunde Personen in Mehrpersonenhaushalten aufgrund von Synergieeffekten kleiner ist als für alleinstehende oder behinderte Personen, man darf die Zahl also schön „nach Gusto“ schätzen!

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One comment

  1. Viel Glück!



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