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Late Trading ist schön

05.07.2009

So, jetzt dürfen die Banken also ihre Schrottpapiere zum Kurs vom 30. Juni 2008 an die Bundes Bäd Bänk verkaufen. Was kommt als nächstes? Forderungsabschreibungen frühestens 10 Jahre nach Ende des Insolvenzverfahrens? Oder gar keine Regeln mehr für die bilanzielle Bewertung von Anlagepositionen?
Nachdem Late Trading und Bilanzen Frisieren also nun endgültig total entkriminalisiert sind, und auch die IKB schon wieder Geld haben will, erscheinen Schäublis Riot-Control und Überwachungspläne in einem ganz neuen Licht. Denn wenn selbst Zahlungen an den Drogenstrich gemeinnütziger zirkulieren als solche an den Bankenfriedhof von Steinbrück und Asmussen, könnte sich das ja schon negativ auf die Steuermoral auswirken (und auf die Sexualmoral natürlich auch).
Kaum auszudenken, was passiert, wenn dann noch dieser buchhalterische Sittenverfall von Banken, Bund, Ländern und Gemeinden von der gewerbetreibenden Bevölkerung nachgemacht werden sollte!

Und da die Diskussion über die Zukunft des Geldsystems ja irgendwie recht festgefahren ist, hier mal ein paar Anregungen vom Experten für Katzenfutter:
Wichtigste Funktion des Geldes ist die des Tauschmittels. Insbesondere in dem heutigen, sehr komplizierten Produktionsnetzwerk mit hochspezialisierten Knoten. Warum sollte diese Funktion nicht einfach strukturell vom sonstigen Bankwesen abgetrennt werden? Also Zahlungsverkehr + zinsfreies Girokonto in unkaputtbarer Bank A, die sich von Kontoführungsgebühren ernährt und auf ihrer Habenseite ausschließlich mit der Zentralbank verkehren darf, und der Rest in Bank B. Dann könnte in Krisenzeiten Bank B auch hart bankrott gehen und der Markt würde es schon richten. Wer sein Geld gegen Zinsen verliehen hat, hat dann eben Pech gehabt. Natürlich kann die Bank B durch Eintopfen und Risikoaufschlag draufmachen den Anleger vor der Verlustigkeit eines einzelnen Kredits schützen, aber wenn alle Kredite gleichzeitig notleidend werden ist das Geld der Einleger halt so oder so futsch, da hilft dann auch keine haftende Geschäftsbank als Kreditvermittler oder sonst irgend ein Sicherungskonstrukt.
Und dann wäre da noch die Sache mit den kreditfinanzierten Unternehmensaufkäufen. Also wo jemand Kredit bei der Bank aufnimmt, davon fast vollfinanziert eine Firma kauft, die Schuld auf die Firma überträgt, das Tafelsilber entnimmt und den Rest (samt dem Kredit) je nachdem wie das Geschäft so läuft auch mal billigend in den Konkurs fallen lässt. Oder die Immobilendrücker mit ihren von der Hypobank vollfinanzierten Wohnklos. Also tut mir leid – wer als Bank für sowas einen Kredit vergibt ist selber schuld wenn das Geld dann am Ende „bei Gott“ ist. Da muss das ordnungspolitisch schon irgendwie drin sein dass es bei den Banken mal hier und da dunkel wird. Einfach immer neue Bürgschaften nachkippen giltet nicht!

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One comment

  1. Ich muss Ihnen in einem gewissen Punkt widersprechen. Sie schreiben in Ihrem Text etwas von einem „Sittenverfall“ bei den Banken. Wo sehen Sie diesen denn?

    Ist es nicht so, dass man für einen solchen Verfall erst einmal die nötigen Sitten benötigt. Da bei den Banken aber weder Sitte noch Moral bekannt sind, können diese auch nicht verfallen.

    Bitte halten Sie sich an die Fakten!!!

    Mit freundlichen Grüßen
    Ihr Ordnungspolitiker



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