Archive for the ‘zufriedene Schafe’ Category

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Der offene Brief der Ökonomen

09.07.2012

Liebe Ökonomen,

Vielen Dank für euren offenen Brief. Ich habe im Gegensatz zu euch aber die Hoffnung dass die Angela das mit der kostenlosen solidarischen staatlichen Bankenrückversicherung nicht nur zum Spaß sondern vor allem deshalb macht damit es nicht so doof aussieht wenn der erste handelsbilanzdefizitäre Partner an einem langen Wochenende aus dem Euro aussteigt und dabei sämtliche öffentlichen und privaten Auslandsverbindlichkeiten nullt. Wegen dem Frieden in Europa und so! Die Ersparnisse sind eh futsch und wenn es schon keine kapitalgedeckte Rente gibt dann bitte wenigstens in Frieden. Denn wie ihr sicher bereits bemerkt habt sind die Gläubigerstaaten aufgrund ihrer tollen Steuerpolitik selber hart an ihrer Kreditlinie – die Haftungsübernahme also eigentlich nur ein völlig unverbindliches Werbeversprechen an unbehelligte Einleger.

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Handwerkliche Präzision beim WZB

12.10.2011

Studiengebühren sind gar nicht so schlimm wie befürchtet, findet das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung. Ein signifikanter Effekt auf die „Studierneigung***“ konnte nicht festgestellt werden.

Liebe WZB Statistiklaboranten,
wenn die Messgeräte bei einem Experiment mit harten Kräften irgendwie überraschend so gar nix anzeigen, könnte es natürlich sein, dass wirklich nichts passiert ist, es ist jedoch auch gut möglich, dass ein Messkabel nicht angeschlossen war. Oder irgend ein Messgerät war nicht eingeschaltet. Oder der Versuchsaufbau war irgendwie bugbehaftet. Oder eine Sicherung. Oder so. Grundsätzlich sollte man man sich dann den Versuchsaufbau und dessen Ausführung nochmal gaaaanz genau anschauen bevor man hochexplosive wissensch. Thesen releasen tut!

Ich fasse mal grob zusammen was Ihr da festgestellt habt: Die Quote derer (~30% aller HZB-Neuerwerber), die sich eine Hochschulzulassungsberechtigung beschafften, aber diese dann in den nächsten paar Jahren nicht – oder aber für andere Zwecke als die Aufnahme eines Hochschulstudiums – benutzten, blieb bei der Einführung von Studiengebühren in Höhe von ca. 500 EUR pro Semester ungefähr wie sie war, sank teilweise sogar etwas. Auch HZB-Erwerber aus finanziell superasketisch ausgestatteten Familien und sogar Frauen verhielten sich beim Immatrikulieren in etwa wie vorher.

Spätestens an dieser Stelle hättet Ihr merken müssen, dass am Versuchsaufbau irgendwas vermurkst ist.

Mal ganz plastisch formuliert: Wenn man wissen will, ob steigende Kartenpreise die Besucher vom Kinobesuch abhalten, macht es Sinn sich im Kino an die Kassenschlange zu stellen und zufällig ausgewählte Personen zu fragen, ob diese sich gleich eine Kinokarte kaufen wollen?

***der untersuchten Gruppe (Neigungswinkel > 70°)

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Glücklich leben mit Märchenonkel Heiner

25.08.2011

Eine nette Geschichte hat der Herr Flassbeck da verfasst. Dazu möchte ich anmerken: Staatsverschuldung allein ist nicht die Medizin, die Wohlstand und Wirtschaftswachstum schafft: In Griechenland, Italien, Spanien, USA usw. ist die Wirtschaft „Total innn Arsch“, obwohl jahrelang hohe Schulden gemacht wurden, ätsch! Ausserdem ist die Stiumlation der Binnenwirtschaft durch kreditfinanzierte Staatsausgaben immer nur ein sekundärer Effekt: Wie z.B. durch den Kauf deutscher Panzer auf Pump in Griechenland die Wirtschaft stimuliert werden soll, bleibt das Geheimnis der Keynsianer. Die phantasievollen Verbotsforderungen von Herrn Flassbeck haben mich allerdings auf die Idee gebracht, dass man für Podiumsdiskussionen, Fernsehauftritte, Zeitungsartikel usw. zum Thema Volkswirtschaft mal einen Fragebogen einführen sollte, den der Meinungsäusserer korrekt auszufüllen hat, bevor er sich massenmedial als Experte zu Wirtschaftsthemen äussern darf. Ich könnte mir da Fragen vorstellen wie z.B.

Wie entsteht Staatsverschuldung?

a) die Staatseinnahmen sind zu niedrig
b) die Staatsausgaben sind zu hoch
c) die Staatsausgaben übersteigen die Staatseinnahmen

und sowas. Rechts- und Steuerberatung darf ja auch nicht jeder. 😉

Ernsthafte Überlegungen, die staatlichen Ausgaben irgendwie möglichst stimulierend zu gestalten und die Einnahmen möglich wenig stimulushemmend zu erhöhen, sind leider derzeit europaweit nirgends zu beobachten. Einzig Ausgabenkürzung und Schuldenerhöhung scheint irgendwie mehrheitsfähig. Und warum „strenge Auflagen“ der EZB mehr Überzeugungskraft haben sollten als der direkt absehbare Staatsbankrott, wäre dann auch noch zu klären. :p

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Wir sind jetzt in der Transferunion

14.06.2011

Hurra hurra endlich ist sie da! 🙂 Die Bundes-EU :). Hat zumindest Frau Ingrid A.-B. (stellvertretende finanzpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion) gerade im DLF mitgeteilt. Nicht ohne zuvor noch darauf hinzuweisen, dass das Dt. Volk, welches angeblich mehrheitlich keine weiteren Hilfen für Griechenland will, ja total schlecht informiert sei in dieser Sache. Gut dass Frau Arndt-Bauer es besser weiss und über die verfassungsrechtlichen Bestimmungen zur Einheitswährung auch total vollumfänglich gut informiert ist. 🙂
Jetzt wird alles gut!
Nachtrag 27.6.2011: Herr Martin Schulz hat gerade bei Phoenix (unter den Linden oder so?) festgestellt das wir jetzt die Transferunion haben und dabei sogar das Wort Transferunion benutzt. Und er findet das „gut“.

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Liebe Öko-Fraktion

12.04.2011

Dass Atomkraft nicht soooo toll ist auch wegen der ungeklärten Abfallentsorgung ist allgemein bekannt. Dass auch der Uranbergbau äh – „hochproblematisch“ ist, wissen viele Bürger leider nicht. Dass ein abgeschalteter und vergifteter Reaktor auch weiterhin Wochen- und Monate im Megawattbereich gekühlt werden muss, war auch mir vor Fukushima nicht bewusst! Es hieß dazu immer nur so sinngemäß „im ganz schlimmen Notfall bisschen Borsäure drauf und die Kernspaltung ist aus“. Die Information dass es sich bei dieser Aussage um eine Nebelkerze handelt ist irgendwie nie zu mir durch gedrungen. Vielmehr habe ich bei diesem Thema ausschließlich Atomenergie-kritische Experten in Erinnerung, die sich irgendwie zu fein für konkrete Aussagen waren und stattdessen lieber ein bisschen rumlavierten. Nie habe ich Worte gehört wie: „Wenn das Hochleistungs-Kühlsystem aus welchem Grund auch immer für ein paar Stunden ausfallen sollte, haben wir verkackt.“ Oder so. Never.
Also liebe Atomexperten: In Zukunft vielleicht ein bisschen mehr auf die „Argumente“ der Kraftwerker eingehen. Bzw. die zur Desinformation von deren Propagandaprofis hinterzogenen Informationen mit mehr Nachdruck ergänzen. Danke!

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Die mangelhafte Geisteskraft des Bürgertums

25.03.2011

Sehr interessanter Content bei den Nachdenkseiten heute. Nachdem die in letzter Zeit durch fragwürdige Argumentationen häufiger unangenehm aufgefallen sind ist das schon schön mal wieder einen ganz tollen Artikel da zu finden. Zum Inhalt möchte ich noch anmerken dass die besondere Gefahr darin liegt dass die Bürgerlichen strunzblöd sind aber sich für oberschlau halten. Ich weiss wenigstens dass ich doof bin. :p

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Spicken gildetet nicht

24.02.2011

Schon spannend wie tief sich die Maxime „Abschreiben verboten“ wohl durch die Schule in die Köpfe der Menschen einbrennt. Die zeitgenössischen Kommentare wegen dieser unsäglichen Doktorarbeit dazu finde ich sehr erhellend. Ich war mir zwar schon im klaren dass das ansetzt aber die Intensität der Indoktrination des gemeinen Bürgers übersteigt meine Erwartungen dann doch bei weitem. Zur Verbesserung der Situation schlage ich hiermit vor, für Prüfungen in Schulen und Hochschulen statt „Klassenarbeit“ und „Klausur“ für Paukfächer den Begriff „Gedächtniskontrolle“ und für Lernfächer den Begriff „Fertigkeitsprüfung“ zu prägen. Es muss das Bewusstsein gestärkt werden, dass bei Prüfungen nichts geleistet wird und erst recht keine Arbeit verrichtet wird, sondern dass es einzig darum geht, zu kontrollieren, inwieweit der Schüler sich den Unterrichtsstoff gemerkt bzw. die unterrichtsgegenständlichen Fertigkeiten erlernt hat, denn ausserhalb der Lehranstalten, also z.B. in privatwirtschaftlicher Forschung, in Güterproduktion, Dienstleistung oder Wettkampf sind geistige Werke, die ohne massive Konsultation vorheriger Werke/Versuche anderer enstanden sind leider im Normalfall „ungenügend“, bestenfalls „mangelhaft“ und im Falle eines Jahrhundert-Geniestreichs vielleicht mal „ausreichend“. Spicken ist im „richtigen“ Leben nicht nur nicht verboten, sondern für erfolgreiches Handeln unverzichtbare Alltagsfertigkeit. Warum die Doktorarbeit jetzt einfach so void ist, weil Gutti beim verwursten der Summa-Cum-Laude Contentfragmente anderer autistische Einschläge hatte und Satzteile fast wörtlich reproduziert hat, verstehe ich nicht. Ein runterstufen auf magna-cum-laude hätte es auch getan finde ich. Wieso den „Prüfern“ irgendwie nichts aufgefallen ist obwohl er auch massiv aus well-known Schriften „abgeschrieben“ haben soll, wäre dann auch noch zu klären. Auf jeden Fall ist die Reaktion und der Umgang typisch für das Fach. Contribution und Systematisierung sind unerwünscht, bei uns wird für die Mülltonne „gearbeitet“.